Emotionen & Zwangsstörung

Zwangsstörung & Emotionen

Was sind Emotionen?

„Menschliche Emotionen sind komplexe Vorgänge im Körper. Sie haben wichtige Funktionen: Durch sie kannst du auf alltägliche Situationen reagieren und wortlos mit anderen Menschen kommunizieren.

Häufig werden Emotionen mit Gefühlen gleichgesetzt, doch das ist nicht ganz richtig. Der Unterschied besteht darin, dass ein Gefühl bloß ein Teil einer Emotion ist. Gefühle, wie Freude, Angst oder Wut, gehören nämlich genauso zu einer Emotion wie körperliche Reaktionen (z. B. Lachen, Gänsehaut) und Denkprozesse (z. B. Gedächtnis, Entscheidungen treffen).“

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Fast jeder Mensch trägt diese 6 Grundemotionen in sich:

  1. Freude
  2. Trauer
  3. Wut
  4. Angst
  5. Ekel
  6. Überraschung

Die Rolle der Emotionen bei Zwangsstörungen

„Neben einer bestimmten Genstruktur sind aber auch in noch entscheidenderem Ausmaß bestimmte Lernerfahrungen für die Entstehung einer Zwangsstörung verantwortlich. Dabei geht es vor allem um die mangelnd ausgeprägte Fähigkeit Zwangsbetroffener, mit unangenehmen Emotionen, insbesondere Aggression und Angst umzugehen. Diese Gefühle erscheinen den Betroffenen äußerst unangenehm bis unerträglich, so dass sich bei ihnen bestimmte Mechanismen entwickelt haben, um diese Emotionen nicht mehr wahrnehmen zu müssen. Solche Phänomene sind als sog. „Übersprungshandlungen“ auch aus der Forschung mit Säugetieren bekannt (sog. vergleichende Verhaltensforschung). Das Prinzip geht folgendermaßen: Ein Lebewesen kommt in eine als ausweglos erlebte Stresssituation, welche höchst unangenehme Gefühle verursacht; entfliehen kann es nicht, also nimmt es zur Stressreduktion Zuflucht zu Verhaltensgewohnheiten, die sich in der Vergangenheit aus irgendwelchen Gründen in Problemsituationen bewährt haben. Im Tierreich sind dies z.B. Putzverhalten, bestimmte Wegemuster ablaufen (die sich einmal bewährt haben) oder aber auch Haareausreißen. Auf einen Außenstehenden wirkt dies üblicherweise bizarr. Tatsächlich aber hat solches Verhalten einen guten Grund: Fellpflege z.B. ist ein an sich nützliches Verhalten, also prüft der Organismus, ob es sich in einer Stresssituation bewährt. Entsprechend ist es bei Zwangsbetroffenen: Die Hauptzwangsthemen Waschen, Kontrollieren und Sammeln sind in der Entwicklungsgeschichte des Menschen von Nutzen, deshalb ins genetische Erbe eingegangen und werden deshalb in Stresssituationen als Übersprungshandlungen bemüht. Stresssituationen aber sind z.B. zwischenmenschliche Probleme und die von ihnen verursachten starken Ängste oder Ärgergefühle, so dass der Organismus versucht sich auf diesem Weg zu helfen. Die oben erwähnte genetische Disposition sorgt dann dafür, dass es in der Endausprägung zu einer Zwangsstörung kommt, und nicht etwa zu einer Phobie oder Depression.“

Quelle: https://www.zwaenge.de/diagnose/ursachen-der-zwangsstorung/ dort erfährst du auch noch etwas über die Funktionalität des Zwangs.

Meine Erfahrungen

Ganz ehrlich: irgendwann in meiner schlimmsten Zwangsphase habe ich gar nicht mehr gefühlt. Ich saß auf meiner Couch und habe wie ein Zombie (sorry für die Ausdrucksweise) vor mich hingestarrt.

Meine Therapeutin hat das zum Glück direkt erkannt und hat mir gezielt Fragen gestellt. Ganz einfache, z.B. haben Sie Durst oder ist Ihre Hose bequem. Als sie mich das zum ersten Mal fragte, war ich komplett überfordert. Und Sie entsetzt. Ich musste also erst mal wieder lernen zu fühlen. Du glaubst ja nicht wie viele Hosen ich damals im Schrank hatte, die mich am Bauch eingeengt hatten. Und wenn du mich heute fragst, ich habe keine Schuhe und keine Klamotten mehr, die sich für mich nicht gut anfühlen. Doch wie bin ich dort hingekommen?

Achtsamkeit! Ich kann es gar nicht oft genug erwähnen. Kleine Achtsamkeitsübungen immer wieder in den Alltag einbauen. Bewusst in mich reinspüren. Habe ich Durst? Ist mir kalt. Wo spüre ich gerade meinen Atem am stärksten. Es gibt so tolle Kurse und Apps. Und natürlich meine beiden Lieblingsbücher Dem inneren Drachen mit Achtsamkeit begegnen und Kurswechsel im Kopf.

Wie sind deine Erfahrungen mit Zwangsstörung und Emotionen?


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