Ekel

Ekel

Ekel – über Scham und Schuld habe ich bereits in vorherigen Posts geschrieben. Neben diesen beiden Gefühlen – und natürlich Angst -, gehört Ekel zu den Top 3 im Zwangsstörungskosmos.

Was ist Ekel? Der Duden definiert es wie folgt: „Übelkeit erregendes Gefühl des Widerwillens, des Abscheus vor etwas als widerlich Empfundenem. BEISPIELE: „Ekel vor fettem Fleisch empfinden“ oder „eine Ekel erregende Brühe“.

Wie fühlt sich Ekel an? Ekel äußert sich durch starke körperliche Reaktionen wie Brechreiz, Übelkeit, Schweißausbrüche, sinkenden Blutdruck bis hin zur Ohnmacht.

Hauptsächlich ekeln wir Betroffenen uns vor Bakterien, Viren, Schmutz und Körperflüssigkeiten oder -ausscheidungen. Als Beispiel nenne ich gerne den Besuch einer öffentlichen Toilette oder jeder anderen Toilette in z.B. Restaurants, Flughafen etc. Dort finden sich alle o.g. Beispiele, vor denen wir uns ekeln.

Ich glaube, die meisten Menschen gehen nicht gerne auf „fremde“ Toiletten. Sie machen es dann aber trotzdem, wenn sie ein dringendes Bedürfnis haben. Wir Betroffenen machen es – je nach Ausprägung des Zwangs auch – müssen danach aber mehrfach Hände waschen, duschen oder sich und die getragene Kleidung desinfizieren. Das geht stellenweise soweit, dass wir lieber gar nicht, diese Toiletten nutzen, sondern lieber warten, bis wir wieder zu Hause sind. In diesem Fall kann ich auch wieder nur an euch appellieren, bitte wartet nicht. Zum einen ist körperlich nicht gesund und zum anderen verstärkt es euren Zwang. Wenn ihr eine Verhaltenstherapie machen solltet, könnt ihr diesen Zwang auch erfolgreich mit Übungen überwinden. Das war z. B. meine erste Übung während meiner Verhaltenstherapie. Ich habe den Zwang überwunden, aber wenn ich ehrlich bin, gerne gehe ich immer noch nicht auf öffentliche Toiletten. Aber ich weiß, dass ich mich überwinden und es gerade wegen des Zwangs extra tun sollte. Damit er u. a. nicht wieder kommt…


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