Verlust von Freund:innen

Zu der Zeit als meine Zwangsstörungen immer schlimmer wurden, habe ich mich mehr und mehr zurückgezogen. Wenn meine Freund:innen gefragt haben, ob wir etwas zusammen unternehmen, hatte ich grundsätzlich immer schon etwas anderes vor oder erfand eine andere Ausrede, um das Haus nicht verlassen zu müssen.

Von mir selbst, kam dementsprechend auch keine Aufforderung, ob wir z.B. mal wieder zusammen ins Kino gehen oder ähnliches. So kam es nach und nach zu immer weniger Kontakt mit ihnen. Was wiederum dazu führte, dass ich überhaupt nicht mehr unter Leute bzw. rauskam und dass es die Zwänge noch zusätzlich verstärkte. Ein Teufelskreis.

Und dann folgte die Einsamkeit. Gefühle und Gedanken wie niemand mag mich. Ihnen meine Krankheit anzuvertrauen, war für mich zu diesem Zeitpunkt unvorstellbar. Ich hatte ja auch sämtliches Vertrauen in andere und mich selbst verloren.

Nach der Verhaltenstherapie und als es mir wieder viel besser ging, war niemand mehr da.

Ab und an kam ein sehr oberflächliches Treffen mit einer Gruppe von langjährigen Freundinnen vor, aber sonst, war ich alleine. Es war sehr schwer, wieder neue Freund*innen zu finden. Bitte versteht mich nicht falsch, mir ist ein großer Freundeskreis nicht wichtig. Ich lege viel Wert auf die richtigen Freund:innen, denen ich vertraue und die mir gut tun. Umso dankbaren und froh bin ich nun, dass ich wieder wundervolle Freund:innen in meinem Leben habe, die mich inspirieren und mich glücklich machen.

Habt ihr diese Erfahrung auch gemacht?

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