Warum wir auf den Begriff „mein innerer Monk“ verzichten sollten

Am Freitag bin ich mal wieder auf den Begriff „mein innerer Monk“ gestolpert. Das habe zum Anlass genommen einen Instagram Post zu veröffentlichen. Diesen möchte ich euch hier natürlich auch nicht vorenthalten:

“ Warum wir auf den Begriff „mein innerer Monk“ verzichten sollten

Er ist vergleichbar mit dem englischen Ausdruck „I am so OCD“. Beide Begriffe werden oft verwendet, wenn Menschen etwas lustig umschreiben möchten, wenn sie z.B. etwas gerne aufgeräumt, ordentlich oder ähnliches mögen.

In der letzten Zeit wird er immer häufiger von lieben Menschen in Podcast, Posts oder im Sprachgebrauch verwendet, die möchten, dass sich ihr Umfeld bei ihnen wohlfühlt. Er wird unbedacht und ohne böse Absicht, sondern eher als Humor bzw. lustigen Spruch eingesetzt.

Monk ist eine Serie, in der stellenweise verharmlost wird, wie schlimm eine Zwangserkrankung oder Zwangsstörung (engl. Begriff OCD) sein kann. In extremen Fällen, sind Betroffene nur noch zu Hause, kontrollieren beispielsweise in Endlosschleife den Herd oder waschen sich die Hände wund, können nicht mehr arbeiten gehen, haben keine Kraft mehr und kommen nur noch mit der Hilfe von einer Verhaltenstherapie und Medikamenten da wieder raus. 

Für solche Menschen fühlt es sich nicht gut an, wenn Menschen, die keine Zwangsstörung haben, diese Begriffe nutzen. So wirkt die Krankheit verharmlosend und wird verniedlicht. Zwangsstörungen sind aber genau das Gegenteil. Sie sind eine sehr erstzunehmende Erkrankung, die mit sehr viel Leid und Scham verbunden ist.

Ich selbst lebe auch seit über 25 Jahren damit. Mir geht es momentan gut. Ich möchte mich für diese Krankheit stark und anderen Betroffenen Mut machen. Indem ich über Zwangsstörungen aufkläre, möchte ich zu ihrer Entstigmatisierung beitragen. Weitere Infos findet ihr in meinem Instagram Profil oder meinem Blog www.freiheitundvertrauen.de

Mit diesem Post möchte ich darauf aufmerksam machen, wie sich die Nutzung des Begriffs „mein innerer Monk“ für Menschen mit Zwangsstörungen anfühlt. Er soll nicht als Kritik mit böser Absicht verstanden werden. Im Gegenteil: ich würde mich freuen, wenn meine Worte nachempfunden werden können und somit zu mehr Verständnis führen.“

Wie seht ihr das? Ich würde mich sehr über euer Feedback freuen.