Online-Selbsthilfegruppe der DGZ

Hallo ihr Lieben,

heute gibt’s nur einen kurzen Post, dafür ist er aber umso interessanter. Einige von euch haben mich schon mal gefragt, ob es eine Online-Selbsthilfegruppe gibt. Die DGZ (Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen) bietet einmal im Monat Online-Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige an.

Morgen, am 8. August von 18:30 – 20:00 Uhr findet der nächste Termin via Zoom für die Betroffenen Gruppe statt. Hier findet ihr weitere Infos sowie die Einwahldaten.

Ich plane auch daran teilzunehmen, weiß aber noch nicht, ob ich es Job-bedingt zeitlich schaffe. Wenn es klappt, würde ich mich auf jeden Fall freuen, euch dort zu treffen.

Habt noch einen schönen Sonntag.

Zuversicht

Der Duden definiert Zuversicht wie folgt: festes Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft, auf die Erfüllung bestimmter Wünsche und Hoffnungen.

Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass die Zuversicht zu etwa 30 Prozent genetisch veranlagt ist. Der restliche Großteil ergibt sich aus positiven Erfahrungen und ist Entscheidungssache. Wir alle haben die Wahl, ob wir die Dinge positiv oder negativ betrachten wollen.

Zuversichtliche Menschen sind mit anderen Worte Optimist*innen, aber keineswegs Träumende. Sie glauben nur einfach an einen guten Ausgang. Dieser Mut muss erstmal aufgebracht werden. Aber wie?

  • Meide Pessimist*innen

Lass dich von ihnen nicht runterziehen, bleibe aber offen für gute Gegenargumente.

  • Erinnere dich an deine Erfolge

Mache dir deine Erfolge bewusst und erinnere dich daran, was du bereits alles geschafft hast. Das fördert dein Selbstvertrauen.

  • Entscheide dich

Und dann handle danach. Vergiss nicht, wir haben die Wahl, ob wir an eine positive Zukunft glauben oder nicht.

  • Suche dir Vorbilder

Menschen adaptieren die Verhalts- oder Denkweise von ihnen. Wenn diese es schaffen, können wir es auch.

Womit würdest du diese Liste noch ergänzen?

Krankheit vs. Störung

Von einer lieben Instagram Followerin wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass es problematisch ist, bei psychischen Störungen von psychischen Krankheiten zu sprechen. Nutzen wir den Begriff Krankheit, kann das diskriminierend sein und zur Stigmatisierung beitragen. Sie hat es von ihrer Apothekerin gehört.

Das fand ich einen super interessanten Ansatz und habe mal ein bisschen dazu gegoogelt. U.a. habe ich dazu einen Artikel auf bionity.com gefunden. Dort wird es so erklärt, dass der Begriff Störung neutraler ist und somit weniger negativ bewertet werden kann als Krankheit.

Aber einen wirklich seriösen und ausführlichen Bericht habe ich leider nicht gefunden. Seid ihr da evtl. schon weiter? Diese Frage gebe ich auch gerne an die Therapeut*innen und Psycholog*innen weiter. Ich freue mich sehr auf euer Feedback dazu.

Tit for Tat – Strategie

In einem Podcast zum Thema Vertrauen habe ich von einer interessanten Strategie gehört: die sogenannte Tit for Tat – Strategie.

Tit for Tat bedeutet übersetzt „wie du mir, so ich dir“. Diese Strategie wurde in den 1960er Jahren von Anatol Rapoport erarbeitet und bekannt durch das Buch „die Evolution der Kooperation“ von Robert Axelrod. In dem Buch wird der große Erfolg dieser Strategie in einem Zweipersonen-Wettkampf bei einem Computer-Turnier beschrieben.

Doch darauf möchte ich nicht groß weiter eingehen. In dem Podcast wurde die Strategie als Beispiel aufgezeigt wie zwischen Menschen Vertrauen aufgebaut werden kann. Nämlich indem ich meinem Gegenüber immer zuerst Vertrauen schenke. So hat mein Gegenüber einen Vertrauensvorschuss von mir. Ich begegne der Person mit Freundlichkeit und Vertrauen, so dass sie sich gut fühlen und mir auch Vertrauen kann.

Mein erster Gedanke dazu war, mmmh, da kann mein Gegenüber mich aber auch z.B. ausnutzen. Ich mit meiner Vergangenheit, in der ich nicht mal mir selbst vertraut habe, bin da erst mal skeptisch.

Je länger ich aber darüber nachdenke, desto besser gefällt mir diese Strategie. Wenn ich einem Menschen freundlich begegne, ist dieser auch fast immer freundlich zu mir. Übersetze ich das nun auf Vertrauen, wer weiß… Ich werde das mal ausprobieren, fange aber mir kleinen Beispielen an.

Kennt ihr diese Strategie? Wendet ihr sie evtl. sogar schon an? Und wenn ja, wie sind eure Erfahrungen damit?

Mein 3. Podcast

Sorry, dass ich ihn erst jetzt via Blogpost veröffentliche, aber Urlaubs – und Corona bedingt bin ich leider vorher noch nicht dazu gekommen.

Jetzt freue ich mich aber, ihn mit euch auch hier zu teilen:

Ich habe mit dem lieben Max von Soulergy gesprochen. U.a. anderem über meine Zwänge, Medikamente und wie man in einer Klinik Hilfe bekommt. Max hat sehr einfühlsame Fragen gestellt und ich konnte direkt spüren, dass er schon viele Jahre Erfahrung mit der Behandlung von psychischen Störungen sammeln konnte.

Soulergy setzt sich für Sensibilisierung und Unterstützung mentaler Gesundheit ein. Schaut gerne mal bei Ihnen vorbei.

Viel Spaß beim Hören der Folge.

Ich freue mich über euer Feedback, wenn ihr sie gehört habt.

Gleichgültig vs. Gleichmütig

Habt ihr mal darüber nachgedacht, was der Unterschied zwischen Gleichgültigkeit und Gleichmut ist?

Gleichgültigkeit ist ein Zustand, indem einem alles egal ist. Andere Worte dafür sind z.B. Teilnahmslosigkeit oder Apathie. Der Begriff ist eher negativ behaftet.

Gleichmut ist ausgeglichener Gemütszustand oder auch Gelassenheit. Es bedeutet, Personen oder Zustände so anzunehmen, wie sie sind. Gleichmütig zu sein bedeutet nicht, eine „Egalhaltung“ zu entwickeln, sondern sich, so weit es geht mit Situationen und Menschen anzufreunden, ohne sie zu stark zu beurteilen. Es ist also eine bewusste Entscheidung dafür, die tatsächliche Realität anzunehmen.

Yoga und Mediation können dabei helfen, gelassen zu bleiben.

Eine Version von dir aus der Vergangenheit

Vor einigen Tagen habe ich dieses Zitat von Peter Beer gelesen „So viele Menschen aus deiner Vergangenheit kennen eine Version von dir, die nicht mehr existiert“

Und das hat mich zum Nachdenken angeregt. Es gibt so viele Beispiele von Dingen, die ich früher nicht gemacht habe. Z.B. habe ich keine Gefühle zugelassen, wollte cool sein oder warum auch immer. Im Teenageralter habe ich im Kino nicht geweint, weil ich nicht wollte, dass meine Freundinnen mich so sehen. Wenn ich heute einen traurigen Film schaue, lass ich meine Tränen einfach fließen. Ich könnte sie gar nicht zurückhalten. Es macht mich so glücklich, dass ich das mittlerweile gelernt habe.

Oder ein anderes Beispiel ist, dass ich früher nicht über mich selbst lachen konnte. Ich dachte ja, dass ich perfekt sein muss. Wenn mir heute was Tollpatschiges passiert, lache ich darüber und weiter geht’s.

Seit 1,5 Jahren esse ich kein Fleisch mehr. Ich versuche sogar, viele vegane Rezepte und genieße es. Früher wäre das für mich unvorstellbar gewesen.

So kam mir der Gedanke, dass viele Menschen aus früheren Zeiten, mich nun ganz anders einschätzen würden.

Veränderungen und sich weiter zu entwickeln kann sich sehr gut anfühlen und muss nicht immer nur Unsicherheit bedeuten.

8 Wege, ein Ally für Menschen mit Zwangsstörung zu sein

Auf Instagram bin ich diese Woche auf einen Beitrag von OCD North. Auf englisch hieß er „8 Ways to be an OCD ally“. Und das habe ich zum Anlass genommen, diesen Beitrag zu übersetzen und ein wenig auf Deutschland anzupassen. Im Folgenden findet ihr also meine Version:

  1. Schaffe einen sicheren Raum für Menschen mit Zwangsstörung, damit sie ihre Geschichte offen und ohne Vorurteile erzählen können.
  2. Spreche andere darauf an, wenn sie Zwangsstörung als Scherz oder den Begriff „mein innerer Monk“ verwenden.
  3. Betrachte mentale und körperliche Gesundheit als gleichwertig – beide verdienen Unterstützung und Aufmerksamkeit.
  4. Bringe Kindern etwa über Zwangsstörungen bei – lese Bücher, sieh dir Dokumentarfilme an und tausche Geschichten aus, in denen Zwangsstörungen thematisiert werden.
  5. Vermittele, dass es OK ist, sich professionelle Hilfe zu holen – Hilfe zu holen ist immer OK.
  6. Teile dein Wissen über Zwangsstörungen mit anderen.
  7. Fördere das Gespräch über das „Tabuthema“ Zwangsstörung, um die Scham über die Störung zu verringern.
  8. Verharmlose niemals die Angst, die Menschen mit Zwangsstörungen erleben.

Teilt diese Infos gerne mit so vielen Menschen wie möglich. Verbreitet die Botschaft 😊

Mein 2. Podcast

Ich durfte zum 2. Mal bei einem Podcast dabei sein. Die liebe Jackie und die liebe Johanna haben mich zu ihrem Ohne Zwang Podcast eingeladen. Wenn ihr mehr über die beiden erfahren möchtet, schaut gerne mal auf ihrem Instagram Account vorbei. Unsere Podcast Folge könnt ihr hier hören:

Wir haben u. a. darüber gesprochen, dass eine Zwangsstörung eine Krankheit ist und es mein Wunsch wäre, dass sie auch wie eine Krankheit behandelt werden sollte. D. h. dass wir Betroffenen uns nicht auch noch dafür schämen sollten, dass wir diese Krankheit haben. Denn auch ohne Versteckspiel raubt die Zwangsstörung, wenn sie schon sehr ausprägt ist, uns sämtliche Energie. Und das letzte bisschen Kraft, das uns noch bleibt, sollte nicht für das Verstecken der Krankheit aufgebracht werden.

Es war ein ganz wundervolles und vertrauensvolles Gespräch. Als würden wir uns schon ewig kennen. Tatsächlich haben wir aber zum ersten Mal überhaupt mit einander gesprochen. Vorher waren wir nur via Instagram Nachrichten in Kontakt.

Mich hat heute schon so viel liebes Feedback aus der Instagram Community erreicht. Bin immer noch total gerührt.

U.a. dieses:

„Wirklich, die Folge war total bereichernd! Einfach auch von anderen Erfahrungen zu hören und so einen Einblick zu bekommen, wie andere damit umgehen, ist so wertvoll! Du hast mir auch den Mut gegeben, nicht mehr so sehr an die „wohlmöglichen“, „eventuellen“ beruflichen Konsequenzen zu denken, wenn man seine Geschichte teilt. Weil genau vor so einer Entscheidung stehe ich auch gerade. Und du bist so ein starker Mensch! Hätte euch stundenlang zuhören können.“

Und zu meinem ersten Podcast mit dem lieben Martin von OCDLand habe ich diese Woche ein selbst gezeichnetes Bild von einer Instagram Followerin erhalten:

Außerdem es gibt jetzt sogar ein Zitat-Beitrag aus dem neuen Podcast von heute auf Instagram von mir:

Von Herzen Danke an jede:n einzelne:n von euch!!!!

Wie hat euch die neue Folge gefallen?

Buch-Tipp „Zwänge bewältigen“ von Burkhard Ciupka-Schön

„Ein Mutmachbuch“ steht auf dem Cover. Und genau das ist! Burkhard Ciupka-Schön hat es geschafft, ein Buch zu schreiben, das Mut macht, Zwänge zu überwinden. In diesen beiden Teilen

Teil 1: Zwänge erkennen und verstehen

Teil 2: Bewältigung von Zwängen

erläutert er einfach und gut verständlich, was Zwänge sind und wie sie bewältigt werden können.

In Teil 3: Erfahrungsberichte erzählen 3 Betroffene ihre Geschichte.

Ich habe mir ein großes Wissen über Zwangsstörungen angeeignet und schon viel über sie gelesen. Doch auch hier habe ich neue Impulse mitgenommen. Wie z.B. dass die meisten Betroffenen das sogenannte „Urvertrauen“ in ihrer jungen Kindheit nicht gelernt haben und dass Betroffene sich aktiv entscheiden sollten, die kognitive Verhaltenstherapie zu beginnen. Besonders gut gefallen hat mir, dass Humor beim Überwinden der Zwänge hilft. Humor war und ist mir auch heute noch wichtig.

Burhhard Ciupka-Schön ist Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut mit eigener Praxis in Krefeld sowie Mitbegründer der DGZ. Hier erfahrt ihr mehr.

Er war übrigens auch zu Gast in der neuen Ohne Zwang Podcast Folge und spricht dort u.a. über Ursachen von Zwangserkrankungen.

Habt ihr das Buch bereits gelesen? Und wenn ja, wie hat es euch gefallen?